Warum ich PluriFin gebaut habe
Ich arbeite seit etwa 18 Monaten in Teilzeit an PluriFin, waehrend mein Hauptberuf weiterhin Software-Entwickler in einem italienischen Unternehmen ist. Die App ist nicht als kommerzielles Produkt entstanden: sie ist als persoenliches Werkzeug entstanden, um ein Multi-Broker-Portfolio zu verfolgen, das mit generischen Werkzeugen jedes Jahr schwerer zu verwalten wurde.
Das Problem
Ich hatte Positionen verteilt auf 4 Brokern (Interactive Brokers, Trade Republic, Fineco und Directa) in 3 Waehrungen (EUR, USD, GBP), mit gemischten Asset-Klassen (Einzelaktien, in den USA gelistete ETFs, UCITS-ETFs, einige Krypto-ETPs, Anleihenfonds). Jeder Broker exportiert in einem anderen CSV-Format, jeder Broker hat seine eigene Transaktions-Granularitaet, und jeder Broker hat seine eigene Interpretation von “durchschnittlicher Anschaffungskostenbasis” und “realisiertem P&L”.
Die generischen Werkzeuge, die ich ausprobiert hatte (Google-Sheets-Templates, einige italienische Webdienste), verstanden entweder die Multi-Broker-CSVs nicht, oder verlangten, API-Zugangsdaten an einen Cloud-Drittanbieter weiterzugeben. Beides war fuer mich inakzeptabel: Tabellen werden ueber ~30 Positionen hinaus unverwaltbar, und einem nicht auditierbaren Dienst einen Read-only-API-Token zu geben, ist ein Trade-off, den ich nicht eingehen will.
Die persoenliche Antwort, dann das Produkt
PluriFin entstand als internes Projekt unter drei harten Bedingungen:
- Die Daten leben auf dem Geraet des Nutzers, in AES-256 verschluesseltem Speicher. Keine PluriFin-Cloud-Pflicht. Der GDPR-Export ist nur einen Klick entfernt.
- Die App spricht nie im Namen des Nutzers mit einem Broker. Alles laeuft ueber CSV/PDF-Imports, die der Nutzer von seinem Broker herunterladt. Keine Drittanbieter-API-Keys werden von PluriFin verwahrt.
- KI-Funktionen sind optional und verwenden Nutzerschluessel. Wenn ihr die Gemini-Analyse wollt, gebt ihr euren API-Schluessel ein; er bleibt im Keystore eures Geraets.
Als ich erkannte, dass das Produkt mehr als nur mir nuetzlich sein konnte, entschied ich mich es zu veroeffentlichen. Das Geschaeftsmodell ist bewusst low-friction:
- 7 Tage kostenlose Testversion ohne Karte
- 4,99 EUR/Jahr fuer Single, 9,99 EUR/Jahr fuer Familie
- Lifetime Einmalzahlung 29,99 EUR (Single) oder 49,99 EUR (Familie)
Kein “Early Bird”, kein “erste N Nutzer”, keine Aktionen, die segmentieren. Gleicher Preis fuer alle, heute und in Zukunft.
Warum so guenstig
Die App kostet 25 USD einmalig fuer Play Console und ~0 EUR Hosting (Cloudflare-Free-Tier fuer den Worker und GitHub Pages fuer die Webseite). Es gibt keine Investoren, an die Kapital zurueckzugeben waere, kein Churn, das mit Rabatten bekaempft werden muesste, kein Team zu bezahlen. Das Ziel ist, die Betriebskosten zu decken und eine Community von Nutzern am Leben zu erhalten, die einen ehrlichen Ansatz zum Sparen schaetzen.
Sollte PluriFin eines Tages den Betrieb einstellen, gibt euch der GDPR-Export alle eure Daten in einem einzelnen portablen JSON zurueck – und die Lifetime-Plaene bleiben auf eurem Google-Konto fuer immer zugaenglich.
Was in den naechsten Monaten zu erwarten ist
- Q2 2026: Play-Store-Launch (Android), kostenlose Webapp bereits live
- Q3 2026: Feedback aus dem Closed Testing, Hotfixes fuer verbleibende Crashes
- Q4 2026 / Q1 2027: mehr unterstuetzte Broker (Prioritaet: Nutzerfeedback)
- Phase 2 (nach Umsatz): iOS, Apple Pay, EUIPO-Marke, eventuelle RC-Tech-Versicherung
Wer die Entwicklung in Echtzeit verfolgen moechte: das oeffentliche Repo portfoliomanager-data hostet die Marktdaten-Pipeline und die Webseite, die ihr gerade lest. Der Code der Android-App bleibt aus Compliance-Gruenden closed-source (Signaturschluessel, Anti-Piracy, Integritaet des Play-Billing-Kontexts), aber die Broker-CSV-Format- Spezifikationen und die Vorlagen der Rechtsdokumente sind oeffentlich.
Bis bald.